Interview mit Joe Ahlf

Interview mit Joe Ahlf

24. Januar 2020 0 Von Buecherverrueckte

Hallo Freunde,

Ich habe vor kurzem ein Buch gelesen, das mich von Anfang bis Ende begeistern konnte. Geschrieben von einem Mann, der von sich selbst behauptet er wäre spießig und ein Sie ist ihm zu Förmlich. Joe Ahlf ist mir zu diesem Zeitpunkt ein Unbekannter gewesen und dank einer Instagram Story zog sein Buch innerhalb von Sekunden bei mir ein. Ich kann ihn euch nur ans Herz legen für jeden der Thriller liebt, stelle ich euch heute, den meiner Meinung nach Deutschen Chris Carter vor.

Er ist 1981 geboren, lebt mit seiner Familie in Oldenburg und liebt das Schreiben. Neben seinen Hauptberuf genießt er die Zeit mit der Familie, um sich dann Nachts ins Büro zu schleichen und in die Tasten zu hauen. Er legt sehr großen Wert darauf mit seinen Lesern in Kontakt zu sein. Das macht ihn sehr sympathisch. Also freut euch auf ein Interview mit Joe Ahlf.

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Bitte stell dich kurz den Lesern vor:

Hallo, erst einmal herzlichen Dank für die Einladung. Ich freue mich riesig, dass Du mein Buch gelesen hast und es hier in Deinem Blog vorstellen möchtest!

Viele denken ja immer, wer sich solche Geschichten ausdenkt, muss ein ziemlich kaputter Typ   sein. Aber da kann ich euch beruhigen – Ich besitze keinen Folterkeller, sammle keine Tierschädel und spiele nicht mit Voodoopuppen. Stattdessen lebe ich ganz spießig in einem Haus mit Garten und bin glücklicher Familienmensch. Etwaigen Frust baue am liebsten beim Sport ab und wenn es die Zeit zulässt, zieht es mich aufs Wasser.

War schreiben schon immer eine Leidenschaft von dir, oder wann hast du dich dazu entschieden neben deinem Beruf auch noch als Autor zu arbeiten?

Naja, also als arbeiten würde ich es nur bezeichnen, wenn ich einen Teil meines Lebensunterhaltes davon bestreiten müsste und Termindruck herrschen würde. Beides ist nicht der Fall. Es ist eine Leidenschaft, mit der man, wenn es gut läuft, ein kleines Taschengeld hinzuverdient.

Wenn du die Wahl hättest – nochmal denselben Hauptberuf oder doch lieber Autor?

Also ich hätte mittlerweile genug Ideen für eine Vollzeitbeschäftigung als Autor, aber ich kann wirklich nicht behaupten, dass mir mein Hauptberuf als Personenschützer nicht gefallen würde. Er ist spannend, abwechslungsreich und körperlich fordernd. Ich lerne viele interessante Menschen kennen und ich komme ordentlich rum auf der Welt… 😉

Hörst du beim schreiben Musik?

Eher selten. Wenn der Charakter im Manuskript auch gerade Musik hört, ist es hilfreich beim „reinfühlen“, aber ansonsten muss es um mich herum mucksmäuschen still sein. Die besten Ideen kommen mir eh nachts – da schleiche ich dann ins Büro und das einzige Geräusch sind die Tastenanschläge auf dem Laptop.

Was liest du selbst für Bücher? (außer dem Meister 😀 )

Ausser Chris Carter lese ich gern Fitzek, Alexander Hartung, Cody McFadyen und Tom Clancy. Aber ich könnte noch viele weitere tolle Autoren aufzählen… hauptsache die Geschichten sind Spannend, ein bisschen fies, nicht zu unrealistisch und auf gar keinen Fall langatmig.

Büße deine Schuld ist wie ich gesehen habe nicht dein erstes Werk „Machtwechsel“ wurde 2014 von dir veröffentlicht. Hast du dich von Vornherein für die Selfpublisher Variante entschieden oder hast du es auch bei einem Verlag versucht?

Machtwechsel ist als eBook beim midnight-Verlag erschienen, welcher zur Ullsteingruppe gehört. Das zweite Buch hätte ich dort sogar mit Printausgabe veröffentlichen können, aber es hätte ein wenig „entschärft“ werden müssen. Erstens wollte ich das nicht und zweitens war ich zu ungeduldig. Verlage benötigen verständlicher Weise ein wenig länger, um ein Buch in ihr Programm aufzunehmen.

Ob das schlau von mir war, oder nicht, kann ich nicht sagen. Reichweitentechnisch sicher nicht. Aber auf jeden Fall ist es eine tolle Erfahrung, ein Buch inkl. Gestaltung von Anfang bis Ende selbst veröffentlicht zu haben. Man kann sich vorher kaum vorstellen, wieviel Arbeit dahinter steckt und entsprechend stolz ist man, wenn man es dann in den Händen hält.

Mit Büße deine Schuld hast du ein für mich Grandioses Werk geschaffen können wir mit mehr Teilen von Henry rechnen oder bleibt dies sein einziger Fall?

Vielen Dank für das schöne Lob. Ich würde liebend gerne mehr schreiben und ich hätte auch schon eine Idee, wie es weitergeht, aber leider mangelt es mir derzeit an der notwendigen Ruhe. Ich bin beruflich sehr viel unterwegs und habe ja auch noch eine Familie, die Aufmerksamkeit verdient hat. Ich werde also weiterschreiben, aber ich schaffe es nicht, wie meine Vorbilder jedes Jahr ein neues Werk auf den Markt zu bringen.

Wie kommt es, dass du ausgerechnet Thriller schreibst? Ist das der Spaß am Gruseln selbst oder hat das tiefere Gründe?

Meine Eltern haben ganze Schrankwände voller Bücher und ich habe schon als Teenager damit angefangen, die gesamte Thrillerabteilung durchzusuchten. Von Stephen King über Frank Schätzing bis hin zu Chris Carter und Cody McFadyen war alles dabei. Die Faszination für diese Art des selbst auferlegten Gruselns hat mich einfach gepackt und nie wieder losgelassen.

Henry der Hauptprotagonist in deinem Buch ist etwas sehr grimmig war das so gewollt oder ist es einfach aus dir rausgesprudelt?

Ich habe im Vorfeld eine grobe Vorstellung vom Auftreten meiner Charaktere, Details ergeben sich dann beim Schreiben. Viele Eigenschaften und Ticks ziehe ich auch einfach aus meinem Umfeld im realen Leben. Sobald ich da eine Marotte entdecke, die ich außergewöhnlich und interessant finde, speichere ich sie ab und hefte sie an die passende Person in meiner Geschichte.

War die Idee für Büße deine Schuld schon früher da oder kam sie erst als du dich entschieden hattest sie aufzuschreiben am Rechner?

Die Idee rund um Henry und seinen Gegenspieler kam mir natürlich mal wieder nachts. Nachdem ich dann ein wenig am roten Faden gestrickt hatte und ein paar Wochen später das Grundgerüst stand, hat sich die Geschichte quasi Tag für Tag ein Stückchen mehr vervollständigt.

Du spielst in deinem 2. Werk mit der Psyche deiner Leser kann man mit sowas auch bei Machtwechsel rechnen?

Inhaltlich kann man die beiden Bücher kaum vergleichen.  Machtwechsel ist eher ein Actionthriller im Stile von Tom Clancy. Der Leser wird gut unterhalten und durch die Kapitel getragen.

Büße deine Schuld ist tatsächlich ein klassischer Psychothriller. Hier wirst du als Leser zwar auch gut unterhalten, aber du bekommst eine Portion Gänsehaut dazu. Und du wirst nicht durch die Kapitel getragen, sondern hineingezogen. Die Geschichte frisst sich quasi in deinen Kopf 😉

Worum geht es in Machtwechsel?

Es geht um Politikverdrossenheit, Machtlosigkeit und den entscheidenen Unterschied, den einzelne  Menschen machen können, wenn sie über sich hinauswachsen und sich einer Bedrohung mutig entgegenstellen.

Hast du auch Lust in anderen Genres Bücher zu veröffentlichen oder bist du und bleibst ein Thriller-Autor?

Als sie noch klein war, habe ich meiner Tochter lustige Abenteuergeschichten aufgeschrieben und                vorgelesen…die kamen zwar ganz gut an, aber für die Allgemeinheit bleibe ich dann doch lieber beim Thriller.

Seine Werke:

(mit dem klick aufs Cover kommt ihr direkt zum Buch)