Orientierungslos

Orientierungslos lief ich durch die Straßen. Die Menschen denen ich begegnete ließen alle den Kopf hängen und guckten zum Boden. Sie beachteten sich gegenseitig nicht, entschuldigten sich nicht, wenn sie sich anrempelten. Es fühlte sich seltsam an in den Straßen, als hätte man jedes Glück aus den Menschen gesaugt, als würde man nie wieder die Chance haben glücklich zu sein. Das war unangenehm. Selbst ich eigentlich jemand der immer lacht und lächelt, jeden grüßt, hatte kein Bedürfnis den Kopf zu heben. Bis ich gegen ein Mädchen lief das plötzlich wie aus dem nichts hinter einer Säule mit Plakaten hervor trat.
„Es tut..“ weiter kam ich nicht sie legte ein Finger auf ihre knall roten Lippen womit sie mir sagen wollte ich solle den Mund halten. Sie deutete mir das ich ihr folgen sollte und aus irgendeinem Grund tat ich es. Wir liefen Stunden ohne ein Wort zu sagen, bis wir an einer Aussichtsplattform ankamen und sich ein riesiger See vor unseren Augen erstreckte. Wenn ihr diesen Anblick nur sehen könntet, Laternen tauchten die Nacht in ein kleines Spiel von Wärme, das rascheln der Bäume, der Geruch vom Wasser umnebelte meine Nase, Wind der die Düfte sämtlicher um uns herum stehenden Blumen zu uns wehte. Ich schloss die Augen und hoffte das es kein Traum war. Nach all den langen Tagen der vergangenen Woche hatte ich endlich wieder das Gefühl glücklich sein zu können und das wollte ich nicht wieder hergeben. Ich öffnete die Augen und ich war immer noch hier an diesem riesigen See, doch das Mädchen es war weg. Ich schaute mich um und suchte nach ihr, doch ich fand sie nicht. An einem kleinen Busch neben der Plattform hing etwas. Bei näheren betrachten stellte ich fest das es ein Zettel war. Auf dem stand in einer so schön geschwungen Schrift: Sei Morgen um Mitternacht hier und du wirst mich wieder sehen. Ich wusste nicht was das zu bedeuten hatte, aber ich wollte unbedingt wieder hier sein. Nur ich hatte ein echtes Problem ich hatte den Kopf gesenkt gehalten und keine Ahnung wo wir lang gegangen sind. Verdammt schoss es mir durch den Kopf. Ich hatte also zwei Möglichkeiten entweder ich bleibe die ganze Nacht hier oder ich geh nachhause und verlaufe mich morgen. Ich schaute mich noch einmal um und erst dann viel mir auf: Ich kannte nicht einmal diesen See, diesen Park oder die Gegend wo zum Teufel war ich hier? Ich konnte nichts erkennen was mir bekannt vorkam. Ich hatte also keine zwei Wahlen mehr, sondern nur noch eine: hier bleiben!

4 Gedanken zu „Orientierungslos

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